Montag, 17. Juni 2013

SIAM GS 13

Als Test mal eine Art Liveblog von der SIAM Konferenz "Mathematical and Computational Issues in the Geosciences".

Tag 1
7:40 - wir warten auf den Bus, der uns ins Kongresszentrum bringen soll. Der kommt aber schmale 45 Minuten zu spät.
8:50 - eine Stadträtin hält eine Rede auf Italienisch. Nett.
10:30 - die Minisymposia sollen anfangen. Tun sie aber nicht. Zwischenbemerkung: die Blogger-App ist eine Zumutung. Beim nachträglichen Bearbeiten kann man Text nicht kursiv setzen.  Und anscheinend gehen Updates ab und zu verloren.  Toll.
15:45 - Kaffeepause ohne Kaffee. Überhaupt scheinen Getränke etwas knapp zu sein.  Und das bei der Hitze.
18:15 - Der anstrengende Teil neigt sich dem Ende zu. Die morgendliche Bus-Konfusion setzt sich nahtlos fort. Entgegen der Aushänge fahren sehr wohl Shuttles in die Stadt, allerdings weiß niemand, welcher Bus genau wo hinfährt. Letztendlich bin ich dann nicht mehr wie geplant ins Hotelzimmer,  sondern gleich zur welcome reception. Morgen wird es vermutlich ähnlich laufen, eventuell werde ich mein Poster doch schon morgens mitnehmen (Poster-Session ist dann wieder abends in der Stadt).
22:00 - endlich im Hotelzimmer. Das social event war ganz nett, es gab was zu futtern und Weißwein.  Habe einen Japaner kennen gelernt, der mal Wettervorhersage-Modelle gemacht hat.  Echt interessant.

Tag 2
8:00 - unglaublich, aber wahr: der Bus ist pünktlich! Heute gibt es mal wieder viel Interessantes parallel,  da muss ich mal schauen, wo ich dann hingehe. Auf jeden Fall werde ich heute einen früheren Shuttle nehmen, weil ich das Poster doch im Hotel gelassen habe. Noch eine Zwischenbemerkung zu den Bussen: die sind zwar an sich moderne Reisebusse, die Fahrer kümmert das aber nicht so sehr, die fahren, wie man halt in Italien fährt, inklusive Vollbremsung, quietschenden Reifen, fluchen, hupen und großzügiger Auslegung der offenbar unverbindlichen Verkehrsregeln.
13:30 - meine Auswahl der ersten Minisymposium-Session war ein Griff ins Klo. Das Thema (irgendwas mit reduction, weiß der Geier) war weit unspannender als gedacht, und die Vortragenden schienen auch kein Interesse daran zu haben, irgendetwas verständlich zu erklären. Dafür war dann das Mittagessen gut, auch wenn die Mitarbeiter das Problem der langen Schlangen und fehlender Getränke kaum in den Griff bekommen.
16:30 - die 2. Session war dafür richtig gut, obwohl ich das Thema (Data Assimilation) vorher auch nicht wirklich kannte. Einziger Kritikpunkt waren ein paar nervige Zwischenfrager. Das ist zwar manchmal durchaus üblich, aber eben nicht dauernd. Jetzt bin ich im Hotel und nehme dann nachher mein Poster zur Poster-Session.
22:30 -  die Poster-Session ist vorbei! Der Veranstaltungsort war zwar eigentlich ganz nett, nur ohne Klimaanlage, und das bei gefühlten 40 Grad und 120% Luftfeuchtigkeit. Das heißt, dass sich deutlich mehr Menschen draußen, bei den Getränken, aufgehalten haben, als drinnen, bei den Postern. Und das schärfste: die Getränke mussten draußen bleiben! Immerhin hatte ich dann doch 3-4 Interessenten, was schon deutlich mehr ist, als ich realistischerweise erwarten durfte. Auf dem Weg zurück zum Hotel bin ich dann noch bei der Ur-Italienischen Pizzeria Oktoberfest vorbeigekommen... Und bei einer Gelateria, die dann auch gleich für den spätabendlichen Snack gesorgt hat.

Tag 3
7:30 - quasi Halbzeit. Gelegentlich spiele ich hier natürlich ingress - und bin mitten in Frosch-Land.  Seltsamerweise habe ich bei der Konferenz noch niemanden getroffen, der das Spiel kennt. Dabei passt es ja sogar zum Thema!
12:30 - die ersten Vorträge sind vorbei, war nicht ganz so schlecht wie gestern, aber auch nicht wirklich gut. Dafür denkt die Klimaanlage in diesem Raum vermutlich, dass hier Eisbären heimisch werden sollen, und kühlt auf heimelige 0 Grad.
14:00 - auf ein neues, noch ein Minisymposium, und wenn ich dann noch gerade denken kann, kommen noch contributed talks.
21:30 -  die contributed talks habe ich doch sein lassen, das war dann einfach zu viel. Dafür gab es wieder ein nächtliches Eis. Morgen ist der letzte Tag der Konferenz, also auf zum Endspurt!

Tag 4
10:20 -  heute war der Bus pünktlich, dafür waren die plenary talks meiner Meinung nach eher langweilig (ganz im Gegensatz zu den vorherigen). Aber irgendwas ist ja immer. So lasse ich die Konferenz nun entspannt ausklingen, wobei das Programm heute tatsächlich noch bis 18:00 geht.
16:00 - genug ist genug, nach einem letzten Minisymposium gönne ich mir nun eine Pause und lasse es für heute gut sein. Schön war es, die Vorträge waren größtenteils gut, und ich habe mal wieder Inspiration bekommen, wie meine Regenvorhersage noch besser werden kann (sofern das überhaupt möglich ist). Heute Abend nutze ich noch die Gelegenheit zu einer großen ingress Runde, aber erst, wenn die Sonne sich zurückzieht.
Fazit (das gilt eigentlich für alle Konferenzen, bei denen ich war): eine Konferenz ist anstrengend, aber extrem motivierend, und über organisatorische Mängel muss man hinwegsehen. In diesem Sinne: bye, bye SIAM GS 13, hello SIAM GS 15!
Das blaue in der Mitte war ich... 


Warten auf den Bus. 
Welcome reception. 
Einziger ständiger Beobachter der Poster-Session. 



Kaffeepause mit erschreckend wenig Kaffee.